Club Brügge KV – Hannover 96 // 0:1 // Jan-Breydel-Stadion // 22.000

“Brügge sehen… und siegen” hieß das Motto der Fahrt.
Nachdem klar war, dass wir uns bei diesem Belgienbesuch, im Gegensatz zum Lüttich-Spiel, in der Stadt frei bewegen dürfen (Flandern ist halt doch nicht Wallonien), wurde die Fahrt genauestens geplant. Bereits am Mittwoch trafen sich die Meisten zum regulären Treffen im Fanprojekt, so dass (fast) der ganze Busmob geschlossen gegen 24 Uhr vom FP zum ZOB ging. Nach dem der Rest der Busbesatzung sowie der Bus selber eintraf, starteten wir in Richtung Brügge. Gleich zum Anfang überraschte uns das Orga-Team mit Extra Fahrtenschal mit dem Motto „Brügge sehen… und siegen“. Danke nochmal an euch!
Tief schlummernd wurden die meisten gegen 4 Uhr von einer Niederländischen Zollkontrolle geweckt (“Guten Morgen, Identitätspapier bitte”). Nachdem die Koninklijke Politie überzeugt worden ist, dass wir keine Illegale Einwandere waren sondern bloß Ultras, durften wir weiter fahren („Wie sagt man auf deutsch: Ein schönes Spiel“). Durch den konsequenten Fahrstiel der Busfahrer erreichten wir gegen halb Acht Ziel Numero Uno auf unserer Kaffeefahrt, das Seebad Oostende.
Eigentlich war Meer Anschauen und am Ufer Frühstücken geplant, was allerdings wegen Bodennebel (nein, kein Scherz!!!) ausfallen musste. Da auch noch Ebbe war, versuchten Einige über den “Ebbe Sand“ zum Wasser zu gehen, leider konnten die zurück geblieben unsere Helden aufgrund des Nebels nicht lange verfolgen( „Was ist wohl schneller, die Flut oder unsere Leute, die der Flut davonlaufen? Ein 10er auf die Flut.“) Nach dem sich noch alle mit Kaffee eingedeckt hatten, wurde beschlossen früher nach Brügge zu fahren.
Dort angekommen verteilte sich unsere Gruppe rund um den Marktplatz, um unterschiedlichem Zeitvertreib nachzugehen, sei es touristisch oder gastronomisch. Besonders angenehm war die geringe Polizeipräsenz, die deswegen auch eher als Tourismuszentrale genutzt wurde. Allerdings sollte sich der Tip “Quick-Bürger wären gut und preiswert” als Witz herausstellen. Kein Wunder dass die auch halal anbieten – “Je gaat voor z’n smaak” ist irgendwie passend. So verging die Zeit bis zum Fanmarsch wie im Fluge .
Der Fanmarsch sollte dann vom Markt 4 Km bis zum Stadion gehen. Leider verzögerte sich der Ablauf, weil die meisten Fans den Beginn gar nicht mitbekamen. Trotz alledem machten sich fast 2.000 Rote auf den Weg zum Stadion. Ein grandioser Anblick! Schnell wurde das Stadion geentert und bereits vor Spielbeginn begann sich eine Gänsehautatmosphäre breit zu machen.
Auf einem äußerst schwer zu bespielendem Terrain erwischte Brügge den besseren Start und ergriff von Beginn an die Initiative. Die Belgier machten den besseren Eindruck und sorgten über quirliges Flügelspiel für ganz schön viel Betrieb in unserem Strafraum. Nach 21 Minuten erlöste uns Diouf mit dem 1:0 damit waren wir so gut wie durch. Ein Mob Brügge Fans schien nicht so erfreut und versuchte durch den Pufferblock zu uns zu kommen, wurde dabei aber schon vom Ordnungsdienst zurück gedrängt. Danach beschränkten sie sich auf 90 Minuten beleidigen, was auch das Einzige war was wir von Brügge hörten. Auf unserer Seite dagegen wurde die Unterstützung der Mannschaft noch genialer, absolutes Durchdrehen mit atemloser Anspannung bei Torchancen der Roten.
Nach dem Seitenwechsel schalteten die Belgier gleich mehrere Gänge hoch und drängten nun mit aller Macht auf den Ausgleich. Der Druck wurde größer. Doch weder wir noch unsere Mannschaft ließen etwas anbrennen und so pushten wir uns gegenseitig hoch. Und dann der Schlusspfiff! Achtelfinale! Welch ein Gefühl – fast Pleite zum Hundertjährigen, Regionalliga, dann 2.Liga, in der Bundesliga oft erst an den letzten Spieltagen gerettet und nun das!!! Das musste natürlich gefeiert werden mit der Mannschaft im Stadion. Mit einigen Mini-Pulks an Roten auf der West und Osttribüne rockten wir noch eine Zeit lang das Stadion, bevor es völlig erschöpft zu den Bussen und zurück nach Hannover ging.

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