Nächstes Spiel: Sommerpause

VFL BOCHUM - 96 | 0:3 | 34

17.05.2010

Letzter Spieltag. Für Hannover eigentlich stets ein Schaulaufen, da der Klassenerhalt immer schon vergleichsweise früh geschafft war und die Teilnahme am internationalen Fußball noch früher abgehakt war.
Doch während wir letztes Jahr Bielefeld locker und entspannt in die Zweite Liga beförderten, ging es heute, fast genau ein Jahr später, für uns selber um alles oder nichts. Ausgerechnet nach Bochum führte uns die Reise zum direkten Mitkonkurrenten um den Klassenerhalt.
Für uns war die Ausgangssituation denkbar leicht. Bochum weghauen und weder der VfL noch Nürnberg würde uns dumm kommen können. Für die Heimseite sah es nicht ganz so einfach aus, da man heute auf drei Zähler ebenso angewiesen war, wie auf Versagen der Franken, die zuhause gegen die Kölner B-Elf antraten.
Was die Aussichten nicht gerade entspannter werden ließ, waren die Ankündigungen aus Bochum, dass den Gästefans keinerlei Material erlaubt werden würde und alles was über Schal und Trikot hinaus ginge am Stadiontor abgegeben werden müsse. Die Polizei lies dazu verlauten, dass sie eine Null-Toleranz-Linie fahren werde und bei Ärger rigoros durchgreifen werde. Gerüchte von Sprengstoffhunden und Meldeauflagen machten die Runde.
Einige Tage vor Anstoß reiste dann unser Fanbeauftragter in die Blume des Reviers und konnte dort nach langem Hin und Her erreichen, dass wenigstens Trommeln, Megaphone, Banner und Fahnen erlaubt sein würden. An dieser Stelle ein Dankschön dafür an Frank!
Derweil lief die Mobilisierung in Hannover auf Hochtouren. Für Normalsterbliche schien es kaum möglich an Karten für den Showdon zu kommen und im Internet wurden stattliche dreistellige Summen für Eintrittskarten hingeblättert. Der VfL stellte neben dem normalen Kontingent noch zusätzliche Karten für Fans aus Hannover bereit, die allesamt in kurzer Zeit vergriffen waren.
Aufgeteilt auf Autos, Busse und Züge ging es am Tag der Tage Richtung Ruhrpott. Unsereins hatte ursprünglich geplant den Sonderzug zu nutzen, da dieser normalerweise recht früh bereit gestellt wird und somit reichlich Gelegenheit besteht kostenneutral einzusteigen. Allerdings trickste die Bahn uns diesmal ein wenig aus, da der SoZu erst kurz vor der Abfahrt einlief und somit alle Ticketlosen zwang, auf Grund der Ankündigung, dass der Zustieg nur mit Ticket möglich wäre, auf Nummer sicher zu gehen und den normalen und coolerweise polizeifreien Regionalexpress zu nehmen, der kurz vorher abfuhr. Die Gewinnspanne der Bahn wird sich trotzdem arg in Grenzen gehalten haben.
Beim Umstieg in Minden lächelten der Zugbesatzung dann plötzlich 30 Klischee-Rostocker durch die Polizeikette entgegen. Jogger, Glatze, Air-Max olé olé. Obwohl der Zug mit Hannoveranern schon vollkommen überlastet war, pferchten die Cops, die 30(0) Spartaner („Ahhhoou!“) in den hinteren Teil des Zuges, von wo es dann auch keinerlei Lebenszeichen mehr gab. Mit 45 Minuten Verspätung und der Erkenntnis, dass Handball-Fans noch ekeliger und besoffener sein können, als Fußballfans erreichten wir den Bochumer Hauptbahnhof. Leider hatte sich der Haufen, der eine Stunde früher gereist war gemeinsam mit der Sonderzugbesatzung schon auf den Weg gemacht. Der Spur aus ausgebrannten Feuerwerkskörpern und Glasscherben hinterher wurden wir ebenfalls von den Cops zum Stadion gebracht. Entgegen den Meldungen der Vorhut blieben Flaschen- und Steinwürfen von Bochumer Seite glücklicherweise aus und auch die Cops traten trotz einigen Böllern, Fackeln und Rauchtöpfen relativ entspannt auf. Am Stadion gab es dann jedoch doppelte, aufwendige und im Endeffekt auch sinnlose Einlasskontrollen. Nachdem diese überstanden waren ging es in den viel zu überfüllten Stehblock. Neben dem üblichen Gästesektor war dann auch tatsächlich die gesamte Hintertortribüne fest in hannoverscher Hand, zusätzlich dazu waren auch auf den Haupttribünen rote Flecken auszumachen. Gut ein Drittel des Stadions war somit mit Gästefans gefüllt.
Als Konter auf den beinahe komplett in rot gekleideten 96-Anhang gab es auf Heimseite den Versuch heute mit blau-weißen Shirts ein optisches Gegengewicht zu erzeugen, was ziemlich daneben ging.
Die West hatte im Laufe der Saison sicherlich schon Szenen mit kreativerem Liedgut beherbergt, aber da offensichtlich ein Großteil der Mitgereisten heute ihre diesjährige Auswärtsfahrtpremiere feierten, war es uns schon vorher klar, dass es keine akustischen Meisterwerke geben wird. Trotzdem konnte stets eine gute Lautstärke und eine hohe Mitmachquote erreicht werden, obwohl die Spannung nach einem Pausenstand von 3:0 schon merklich abnahm und das ganze irgendwann ein wenig die Atmosphäre eines Sonntagsausflugs hatte. Zu Beginn brannte und qualmte es ein wenig und auch kurz vor Abpfiff gab es noch einmal ein wenig Feuer im Gästeblock zu bestaunen. Sicherlich nicht die coolste Optik, aber immerhin die ach so effektiven Einlasskontrollen ausgetrickst.
Spielerisch hatte Sechsundneunzig es nicht allzu schwer den Bochumer Hühnerhaufen an die Wand zu spielen. Sogar Mike Hanke konnte einen Treffer erzielen.
Gegen Spielende gelang es auch das Fluchttor des Gästeblocks zu öffnen, um zu den eigenen Spielern zu gelangen, doch auch hier waren die Ordner schneller und beförderten die Fans, die es in den Innenraum geschafft hatten flux wieder zurück auf die Tribüne. Danke hierbei an den Superhelden, Lebensretter und wahrscheinlich baldigen Bundesverdienstkreuz-Träger Oliver Pocher, der versuchte die Fans zur Rückkehr in den Gästeblock zu überreden. Wer weiß wie viele Leben er mit seinem heldenhaften und couragierten Auftreten gerettet hat?
Nach einiger Feierei mit der Mannschaft ging es für uns dann im großen Tross zurück gen Bahnhof. Der Rückweg blieb allerdings überraschend ruhig, abgesehen von einigen, kleinen Fetzereien zwischen enttäuschten Heimfans und übermütigen Suff-Kutten.
Nach kurzweiliger Rückfahrt erreichten wir zur Prime-Time die heimischen Gefilde. Einige zog es zum Feiern ins Niedersachsenstadion, andere frönten bis zum Sonnenaufgang diversen Möglichkeiten der amüsanten Abendgestaltung.

96 - BORUSSIA M’GLADBACH | 6:1 | 33

06.05.2010

Vor ausverkauftem Haus sollte es heute gegen die Borussia aus Mönchengladach gehen und nach zuletzt 2 Niederlagen und 0:10 Toren wusste wohl keiner so wirklich was er oder sie von diesem Spiel erwarten sollte, war doch die Verletztenliste noch immer länger als einem lieb sein kann. Die Tage vor dem Spiel hatten wir ein zweiteiliges Spruchband für das Fanprojekt erarbeitet, wovon die erste Hälfte zum Intro am Zaun hing. Herzlichen Glückwünsch zu 25 Jahren sozialpädagogischer Arbeit und Vielen Dank für die letzten 11 Jahre mit uns! Auf dem Rasen begann unser Team ab der 1. Minute damit Gladbach locker an die Wand zu spielen. Daraus resultierte der Führungstreffer durch Haggui per Kopf, vorgelegt per Freistoß vom heute bärenstarken Arnold Bruggink, in seinem wohl letzten Heimspiel für Sechsundneunzig. Die Ekstase nach diesem Tor war noch gar nicht richtig abgeklungen als Sergio Pinto sieben Minuten später das Leder aus 25 Metern ins links obere Eck drosch. 2:0. Doch damit nicht genug, nach noch nicht mal einer halben Stunde Spielzeit machte der wiedergenesene Ya Konan sein 9. Saisontor. Spätestens jetzt war klar, die Punkte blieben heute im Niedersachsenstadion. Nach 39 Minuten noch einmal unbändiger Jubel, hatte doch gerade unser aller Lieblingsstürmer Mike Hanke sein erstes Saisontor erzielt und somit auf 4:0 für die richtigen erhöht. Mit diesem Ergebnis ging es nun also in die Halbzeitpause, so richtig glauben mochte es eigentlich keiner. War dies die gleiche Mannschaft die 0:7 gegen München unterging und die 2-Mal gegen Berlin verlor? Die Stimmung im Stadion bisher war, anhand des Spieles, sehr euphorisch und laut, auch wenn hier mal wieder jegliche Melodie flöten ging. Schade eigentlich, hat unsere Kurve doch das Potenzial regelmäßig gute Auftritte hinzulegen. War heute aber auch nicht so wichtig, schließlich ging es auf dem Rasen munter weiter. Nachdem zu Beginn der 2. Hälfte auch der 2. Teil des FP-Spruchbandes präsentiert wurde machte unsere Mannschaft da weiter wo sie aufgehört hatte. Dem Erzielen von Toren. Beim fünften seiner Art kam sich Sofian Chahed dann wohl selbst etwas veralbert vor, war hier doch keine wirkliche Gegenwehr seitens der Gladbacher Verteidigung zu spüren. Dass 96 noch immer 96 ist zeigte sich in der 69. Spielminute als ein katastrophaler Abwehrpatzer für das 5:1 sorgte, interessierte aber eigentlich keinen so wirklich. Der alte Abstand wurde dann auch nach 74 Minuten und Vorlage von Mike Hanke durch Bruggink wieder hergestellt. 6:1. Zu die Kiste. Zu dieser Zeit schwappte bereits mehrfach die LaOla durchs Rund und die bekannten Stadiontauglichen Gesänge wurden preis gegeben. In unseren Reihen testeten dann auch diverse Gestalten ihre Trommelfähigkeiten und wir versuchten ein paar Gesänge einzubringen die der kreativeren Sorte zugehörig sind. Anhand des Spielstandes hat es dann doch allen Spaß gemacht, waren diese 3 Punkte doch elementar wichtig um Hassderbys gegen Paderborn nächste Saison zu entgehen. Nachdem die Mannschaft sich noch recht ausgiebig Zeit nahm um sich von den Tribünen und der Kurve zu verabschieden ging es gemeinsam, und mit lauten Gesängen, durch Hannovers Straßen und U-Bahn Tunnel zum Fanprojekt, wo bereits ein Salatbuffet und massig Grillgut auf einen wartete. Den Abschluss des Tages fand Mensch dann dort, wo er oder sie gerne wollte, zu Großen Teilen wurden noch die Straßen in Linden und der Nordstadt unsicher gemacht. SpiritNord #107

BAYER 04 LEVERKUSEN - 96 | 3:0 | 32

29.04.2010

Endlich mal wieder eine entspannte Zugtour! Nach den letzten kostspieligen Auswärtstouren, stellte der Sonderzug eine willkommene Abwechslung für uns dar. Trotz der wahr gemachten Drohung, dass dieses Mal an allen Zugeingängen die Passagiere auf gültige Tickets zu prüfen, schafften es alle irgendwie an Bord. Füchse sind nämlich manchmal doch Rudeltiere!
An der Schönheit des Ruhrpotts vorbei erreichten wir recht früh Leverkusen und das frisch umgebaute Stadion. Meiner Meinung nach, hätte sich Bayer ja das ganze Getue um die Renovierung klemmen können, der Laden sieht eh fast genauso so aus wie vorher, aber wer das Geld hat…
Am Eingang bedurfte es dann erneut ein wenig Getrickse, um neben den erlaubten Fanmaterialien, auch alles reinzubekommen, was die Sicherheitskräfte eigentlich draußen haben wollten. Im Block hat sich dann sowieso niemand dafür interessiert, was wie und wo hing.
Der Gästebereich füllte sich recht ansehnlich, allerdings ist Masse nicht gleich Klasse und wirklich dauerhaft mobilisiert werden, konnte heute nur ein Teil der Mitgereisten, aber immerhin war die Stimmung lange Zeit durchaus okay.
Der zwölfte Mann von Bayer war physisch vorhanden und trug eine Pfeife um den Hals. So wurde Sechsundneunzig zum Einen ein klarer Elfmeter nicht gegeben und zum Anderen ein Tor nicht anerkannt, da Hanke den Ball verlängert haben soll. Sehr strittig. In Anbetracht der bisherigen Leistungen und der Personalsituation bei unserem HSV schlug sich unsere Elf trotzdem gut, und die Niederlage fiel mit 3:0 dann doch ein wenig hoch aus. Trotzdem gab es nach Abpfiff Applaus aus dem Gästeblock.
Da der Sonderzug keine Stunde nach Schlusspfiff wieder Richtung Hannover abdampfen sollte, war Beeilung angesagt. Und so ging es schnurstracks vorbei an den hässlichen Reviermarkierungen der örtlichen Fanszene gen Bahnhof.
Da der Zug natürlich keineswegs früher losfuhr schafften es dann noch einige in der Mall nebenan uns Proviant für die Fahrt zu besorgen. Um die Rückfahrt bunter zu gestalten, gaben unsere kreativeren Köpfe ein neues Lied zum Besten, das irgendwann dann frenetisch gefeiert wurde. Schade, dass Sachen wie langsames Singen im Stadion eher selten klappen, denn die Melodie geht auf jeden Fall klar.

FC BAYERN MÜNCHEN - 96 | 7:0 | 31

20.04.2010

Die endlosen Busfahrten in den Süden der Republik sind in den letzten Monaten ein guter Bekannter einer/eines jeden 96-Anhänger_in geworden, der/die sich in Zeiten des Abstiegskampfes noch die Mühe macht, das Team auch außerhalb der Stadtgrenzen zu begleiten.
Da die DFL die heutige Partie auf 18.30 Uhr terminierte, begann unsere Abfahrt nach München zu einer halbwegs angenehmen Zeit.
Dank freier Autobahnen und durch mit Vulkan-Asche gestärktem Rückenwind, kam der Brigade-Mob zwei Stunden vor Anstoß am Münchener Arena-UFO an und wir machten es uns in dem Sektor des Stadions gemütlich, welchen uns die Süddeutschen als "Gäste-Block" verkaufen wollen. Zum 114.ten Vereins-Jubiläum schmückten wir uns heute mit der traditionellen "12.April 1896" -Fahne.
Das Stadion füllte sich bis zum letzten Platz und mit dem 4:2 Achtungserfolg gegen S04 der vorherigen Woche im Hinterkopf träumten wir vom nächsten Streich gegen den Tabellenführer. Dass dieser Traum jedoch Illusion bleiben sollte, machte sich am mehr als schwachen Spiel unserer Jungs und einem Halbzeitstand von 3:0 für die Gastgeber bemerkbar. Der Torrausch des FCB riss auch in der zweiten Hälfte nicht ab, während die Spieler in schwarz-weiß-grün zu verlorenen Statisten degradiert wurden.
Warum Repression grade in München zum Kotzen ist, durften wir ca. 20 Minuten vor Ende der Partie selber erfahren, als es zu Auseinandersetzungen mit dem Münchener Ordnungsdienst und der Polizei kam, welche Personalien von drei 96-Anhängern haben wollten, die angeblich FCB-Fans im Mittelrang bespuckt haben sollen. Resultat war eine Auseinandersetzung im und hinter dem Block, bei dem die Cops nicht vor dem Einsatz von Pfeffer-Spray und Schlagstöcken zurückschreckten. Zwei Leute wurden festgenommen und Personalien von angeblichen Spuck-Tätern aufgenommen. Alle Gruppen packten darauf hin zusammen und verließen den Rang.
Mit angeschlagener Stimmung, einem Companero mit Bänderriss und dem Wissen, dass wir auch im nächsten Jahr, egal ob in Liga 1 oder 2, wieder in dasselbe Stadion müssen, machten wir uns auf den Rückweg nach Hannover-City.
Das Spiel soll übrigens 7:0 geendet haben...

96 - FC SCHALKE 04 | 4:2 | 30

14.04.2010

Während die zweite Liga ihre Krallen nach uns ausfuhr, war mit Schalke 04 ironischerweise der Zweite der Tabelle zu Gast. Um gegen unseren HSV anzutreten, der seinerseits auf dem zweitletzten Tabellenplatz stand. Zufall?
Auf dem Papier eigentlich eine klare Angelegenheit und es schien so, als ob Sechsundneunzig im besten Falle einen einzigen Punkt abstauben könne, wie eine Woche zuvor in Hamburg.
Zum Intro zeigte unser Block eine Choreo zur Ehrung für einen unserer wenigen, noch verbliebenen Aufstiegshelden, Steven Cherundolo. Leider sickerten Informationen zu der Aktion soweit durch, dass am Vortag bereits davon in der großen Boulevardzeitung mit vier Buchstaben zu lesen war, allerdings nur gewohnte Halbwahrheiten. Geschmählert wurde das Bild dadurch natürlich nicht.
Entgegen den meisten Erwartungen stellte sich unsere Mannschaft nicht hinten rein, um wie sechs Tage zuvor zu versuchen 90 Minuten das 0:0 zu halten. Dies war auch gar nicht nötig, da sich die Gäste aus dem Ruhrpott gleich zu Spielbeginn selber einen Ball reinschossen. Hoffnung keimte auf!
Nach einer gespielten halben Stunde konnte Ya Konan dann die Stellung des viel zu weit draußen stehenden Schalker Torwarts nutzen, um zum ersten Mal zu treffen, so dass unsere Elf mit zwei Treffern Vorsprung in die Pause ging. Langsam wurde es unheimlich mit der Zahl zwei.
Innerhalb von sieben Minuten nach dem Seitenwechsel konnten die Gäste das Spiel jedoch wieder ausgleichen und (natürlich) zweimal treffen um bis auf 2:2 herankommen. Anstatt nun mit dem Mauern anzufangen, um das Ergebnis zu halten. bewies unser Team Kampfgeist und startete einen Angriff nach dem anderen. Die Konterversuche von blau-weiß liefen allesamt ins Leere, so dass zehn Minuten vor Ende der Partie, der wieder in den Kader berufene Hanno Balitsch, zum 3:2 treffen konnte. In der Folge warfen die Gäste noch mal alles nach vorne. Was Ya Konan in der Nachspielzeit, nach schöner Kombination mit Bruggnik, nutzen konnte um den abermals viel zu weit vorgerückten Torwart der Schalker zum zweiten (!) Mal auszuspielen und ins leere Tor zum 4:2 Endstand zu treffen. Hannover 96 trug den Sieg also mit zwei Toren Vorsprung nachhause, hoffentlich kein Wink des Schicksals, dass wir nach dem Sommer doch in Liga zwei kicken…
SpiritNord #106

HAMBURGER SV - 96 | 0:0 | 29

09.04.2010

Nach den Siegen der beiden Abstiegskonkurrenten Nürnberg und Hertha BSC, welche sich durch ihre jüngsten Erfolge wieder an den Relegationsplatz herangekämpft hatten, sowie dem Punktgewinn des Sportclubs aus Freiburg am Tage zuvor befand sich Sechsundneunzig einmal mehr unter Zugzwang. Der Großteil unserer Gruppe reiste am Sonntagmittag mit dem Zug in die Hansestadt Hamburg.
Auf Grund der friedlichen Situation zwischen den beiden Fanlagern stellt die Fahrt in den Norden jährlich eine gelungene Abwechslung zum Bundesligaalltag dar, so fährt die Polizei nur ein Mindestgebot auf und die Atmosphäre erweist sich weitesgehend als sehr entspannt.
Nach einer ereignislosen Hinfahrt fand man sich bereits zur Stadionöffnung im Volksparkstadion ein, kurz vor Anpfiff erhielten wir ein kleines Transpi für eines unserer Mitglieder. Danke hierfür an die Jungs und Mädels von PT! Gute Besserung, Nils!
Zum Spielverlauf ist nicht viel zu sagen, ein maues 0:0 sollte am Ende als Ergebnis stehen. Sehr defensive Sechsundneunziger verteidigten zwar mit Mann und Maus das eigene Tor, offensive Akzente konnte unser Team aber kaum setzen. Kein Wunder, so fehlten einmal mehr die Neuzugänge Koné und Elson, deren Ausfälle man in der Offensive deutlich bemerkte.
Auch die Hamburger erwischten nicht gerade ihren besten Tag, so sorgte nur ein Lattenschuss von Aogo (27.) für Aufregung. Unsererseits konnte man mit dem Punktgewinn im aktuellen Zustand der Mannschaft zufrieden sein, spielerisch war zwar ein Aufwärtstrend zu verzeichnen, blickt man aber auf die nächsten Gegner muss da eindeutig noch mehr kommen.
Stimmungstechnisch gestaltete sich der Auftritt des Gästeblocks als sehr durchwachsen, so zogen sich die Gesänge arg auseinander und schnell wurde im Block in 3 oder 4 verschiedenen Takten gesungen, so erinnerte das ganze eher an einen Kanon im Musikunterricht in der Grundschule. Lediglich der aktuelle Gesang „Du wirst niemals untergeh’n“ konnte einige Male, zum Teil mit einer beeindruckenden Lautstärke, zum Besten gegeben werden, auch wenn hier die Koordination schnell verloren ging.

96 - 1.FC KÖLN | 1:4 | 28

05.04.2010

Nach einigen Reparaturarbeiten und Ausbesserungen sollte gegen den FC aus der Domstadt nun endlich unsere Niedersachsenstadion-Choreo steigen. Geplant hatten wir den Lappen schon gegen Ende der Hinrunde beim letzten Heimspiel gegen Bochum die Nordkurve hochzuziehen, allein die bitteren Minus-Temperaturen ließen das Material schlapp machen, aber aufgeschoben ist ja schließlich nicht aufgehoben.
Nach einigen schaffensreichen Tagen und einigen Stunden Arbeit vor Spielbeginn, hing und lag schließlich alles bereit, um unserer Nordkurve zum Intro ein hübsches Aussehen zu verpassen und unseren Spielern einen extra Motivationsschub zu geben vor dem moralisch wichtigen Spiel. Geklappt hat dann alles ganz gut, allerdings waren einige, kleinere Schönheitsfehler nicht zu vermeiden. Doch kurz nachdem es auch die letzten HelferInnen wieder zurück in den unteren Teil des Blocks geschafft hatten und die eigentliche akustische und optische Unterstützung starten konnte, stand es schon 0:1. Resignation pur! Keine zehn Minuten später fing sich Sechsundneunzig die nächste Bude und dank Hanno Balitsch, mit dem offensichtlichsten Handspiel der letzten 2000 Jahren, führten die Gäste nach keiner halben Stunde schon mit drei Treffern Vorsprung. Und das alles gegen eine Mannschaft, gegen die sich unser Team eigentlich moralisch und punktemäßig nochmal auftanken wollte, bevor es gegen die Großen der Liga ging.
In der gesamten Kurve waren daraufhin erstmal die sprichwörtlichen Lichter aus. Der endgültige Todesstoß folgte noch vor Halbzeitpfiff, als Balitsch mit Gelb-Rot vom Platz gestellt wurde und in der Folge aus dem Kader flog. In der Pause versuchten wir nochmal uns geschlossener zu positionieren, um wenigstens in unseren Reihen ein bisschen Stimmung erzeugen zu können. In Anbetracht des Spielverlaufs und der folgenden Lethargie im Rest des Blocks hatten unsere Megaphone schon längst Feierabend gemacht.
Vollkommen ideenlos kassierte unsere Elf dann noch das 0:4, bevor kurz vor Schluss Cherundolo der Ehrentreffer gelang. Der erhoffte Sprung auf einen sicheren Tabellenplatz konnte zu den Akten gelegt werden.
SpiritNord #105 BN99

VFB STUTTGART - 96 | 2:0 | 27

05.04.2010

Schon wieder ging es für uns per Bus zum Auswärtsspiel (nimmt das eigentlich irgendwann mal ein Ende?). Da die Strecke den meisten noch bestens bekannt war von unserer Tour zwei Wochen vorher nach Freiburg, wurde die Fahrt mit standardmäßigem Nachholen von Schlaf der (fehlenden) Nacht verbracht. Neben den üblichen Anekdoten der letzten Nacht, gab es auch eine kleine Versteigerung von Errungenschaften aus selbiger, die der Gruppenkasse einen unerwarteten Gewinn bescherten.
Leider sollte dies auch der unterhaltungstechnische Höhepunkt sein. Am Zielort angelangt betraten wir sofort das Stadion, hängten unser Banner auf, bauten Fahnen zusammen und warteten auf den Anpfiff.
Auf Grund der Umbaumaßnahmen im Neckarstadion liegt der Gästeblock derzeit nicht, wie sonst üblich, am anderen Ende des Stadions, sondern fast direkt neben dem Heimblock.
Scheinbar ließen sich die mitgereisten hannoverschen Fans dann davon anstecken, denn wirklich Feuer war bei uns heute auch nicht drin. Dementsprechend trat Sechsundneunzig heute auch auf. Vollkommen willen- und leidenschaftslos ließ sich unsere Mannschaft vom VfB die Punkte abjagen, wobei wir froh sein können, dass die Niederlage nicht noch höher ausgefallen ist. Alles in allem sehr enttäuschend und es stellt sich die Frage, ob die Spieler vergessen haben, dass es mittlerweile doch recht eng wird mit dem Klassenerhalt und nicht wie jedes Jahr zu diesem Zeitpunkt in der Saison schon alles unter Dach und Fach ist.

96 - EINTRACHT FRANKFURT | 2:1 | 26

17.03.2010

Nachdem es vergangenes Wochenende den ersten Sieg nach beinahe einem halben Jahr zu bejubeln gab, war die Vorfreude auf das Spiel gegen die Eintracht aus Frankfurt doch recht groß. Sowohl für die Mannschaft als auch für die mitgereisten Anhänger_innen schien die Partie im Breisgau eine befreiende Wirkung gehabt zu haben und so versuchte mensch auch genau dort weiter zu machen, wo im verschneiten Freiburg aufgehört wurde. In der ersten Halbzeit gelang dies unseren elf Spielern zunächst besser als den Fans in der Nordkurve und so brachte Andreasen Sechsundneunzig in der 14. Minute völlig verdient in Führung. Auch in der Folge war Hannover das engagiertere Team, doch kurz vor dem Halbzeitpfiff glich die Eintracht wie aus dem Nichts das Spiel aus. Auf den Rängen war zwar die Bereitschaft zu spüren, sich gesanglich zu beteiligen, doch wirkte dies oft unkoordiniert, sodass trotz Führung einfach keine "good vibrations" aufkommen wollten. Dies änderte sich in der zweiten Halbzeit, in welcher die Mischung des Liedgutes besser zu passen schien und somit auch ein ums andere Mal Lieder mit den entsprechenden Emotionen gesungen werden konnten. Schön auch zu sehen, wie sich unser neues Lied, welches sich bereits bei der Freiburg-Fahrt durchsetzen konnte, auch das Heim-Publikum begeisterte und somit den 96-Olé in die Mottenkiste verbannen konnte, in welcher er hoffentlich auch in Zukunft bleibt. Unsere Mannschaft knüpfte unterdessen an die starke Leistung aus der ersten Halbzeit an und fuhr einen hochverdienten 2:1-Sieg ein. Dieser hätte auch noch höher ausfallen können, wenn Mike Hanke nicht in der letzten Minute, völlig freistehend vor dem leeren Tor, den Ball auf die Tribüne befördert hätte. Da dies praktisch mit dem Schlusspfiff passierte, sorgte dies in unseren Reihen jedoch eher für Erheiterung als für Wutausbrüche. Nach dem Spiel ging es für unsere Gruppe gemeinsam zum Fanprojekt, von wo aus die Aktivitäten für den Rest des Abends geplant und gestartet wurden.
Unsere Mannschaft setzt den positiven Trend der letzten Wochen fort und lässt uns weiter an den Klassenerhalt glauben. In diesem Sinne: "Ohh 96 alé, du wirst niemals untergehen!

SC FREIBURG - 96 | 1:2 | 25

11.03.2010

Nach der guten Leistung unserer Mannschaft letzte Woche sollte es also nach Freiburg gehen. In den frühen Morgenstunden traf sich die Reisegruppe um gemeinsam im 66er gen Breisgau aufzubrechen. Die Hinfahrt gestalte sich recht ruhig, die Nachtaktivitäten einiger Mitfahrer/innen verleiteten diese zu einer Mütze Schlaf auf dem gemütlichen Busboden. Der Rest versuchte anderweitig ein wenig Ruhe zu finden. Für kurzweiligen Zeitvertreib sorgte eine Runde Bus-Bingo mit kurvenfreundlichen Gewinnen. Kurz vor 15 Uhr erreichten wir das Dreisamstadion. Trotz möglicher, durch das Wetter drohender Spielabsage, rollte Punkt halb vier das runde Leder. Hätten wir uns auch für bedankt, uns Mitten in der Nacht aus den Betten zu kämpfen, die ganze Strecke gefahren zu sein, nur, um zum Nachholtermin unter der Woche wiederzukommen. Dank einigen freiwilligen Helfer/innen, die zum Schneeschipper griffen, konnte das Spiel dann doch stattfinden. Eben jenes gestaltete sich heute recht schnell, gerade über die Außen machten vor allem die Gastgeber Druck. Bei den rund 700 Mitgereisten Personen aus Hannover ging coolerweise einiges, so konnte sehr oft eine verdammt gute Lautstärke erzielt werden. Dies ist doch bitte immer zu wünschen, schließlich braucht unsere Mannschaft uns immer und nicht nur wenn die Medien es gerade sagen. Unsere Mannschaft spielte heute gut und nach einem umkämpften 0:0 zur Pause, konnte 96 in der 63.Spielminute zur Führung treffen. Kollektiver Freudentaumel im Gästeblock war die Folge. Das erste Führungstor seit ewigen Zeiten. Dementsprechend ging es danach im Gästeblock her. Unbeeindruckt vom Ausgleichstreffer in der 70. Minute wurde weitergemacht und wenige Minuten später klingelte es zum zweiten Mal.
Die letzten 30 Minuten hatten dann was mit Leidenschaft und wahrer Begeisterung zu tun, so wurde ein Gesang von, fast allen, im Block bis nach Abpfiff getragen und frenetisch gefeiert. Es zu schaffen diese Begeisterung für den Gesang öfters herauszukitzeln sollte auf lange Zeit unser Ziel sein.
Nach Spielende kam auch die Mannschaft direkt zum Gästeblock und feierte mit allen AnhängerInnen die so wichtigen drei Punkte. Schön zu sehen, dass den Spielern dieser Sieg scheinbar wirklich wichtig war und sie sichtlich froh waren, dass sie von den Fans die letzten Wochen so ausdauernd unterstützt wurden.
Im Bus zurück in den Norden wurde anschließend nicht nur der Sieg sondern auch das 11-jährige Bestehen unserer Gruppe zelebriert. Nach sehr unterhaltsamen Stunden im Bus erreichten wir kurz nach 3 Uhr den ZOB in Hannover.